Unter diesem Schwerpunkt besuchte Heike Werner (DIE LINKE, Mitglied des Sächsischen Landtags, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Verbraucherschutz) in den vergangenen Wochen verschiedene Wohnstätten und Seniorenzentren in Markkleeberg und Böhlen.
Neben dem individuellen Kennenlernen der Wohnstätte für Menschen mit Behinderung „Katharina von Bora“, des AWO Seniorenzentrums und des Kursana Domizils, ging es vor allem um praktische Erfahrungen aus der Tätigkeit in den Einrichtungen, den Dialog mit den Trägern zu aktuellen Problemen und konkreten Schlussfolgerungen für das politisches Handeln auf parlamentarischer Ebene.
Heike Werner: „Pflegeberufe im Allgemeinen stellen hohe körperliche und geistige Anforderung an das Personal. Es ist bedauerlicher, dass deren Arbeit teilweise nicht genügend anerkannt und gewürdigt wird. Meist geht eine geringe Wertschätzung mit einer geringen Bezahlung einher, umso wichtiger ist auch in diesem Bereich die Forderung nach einem angemessenen gesetzlichen Mindestlohn. Der Wegfall des Zivildienstes hat viele Träger vor neue Herausforderungen gestellt. Während mit Hilfe des Zivildienstes junge Männer auf die körperlich sehr anspruchsvollen Pflegeberufe aufmerksam wurden, bleibt dies nach dem Wegfall des Zivis aus. Mittlerweile ist ein Fachkräftemangel zu verzeichnen. Als Gründe wurden in den Gesprächen Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise durch den Mangel an flexiblen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, angesprochen. Für interessierte Quereinsteiger stehen außerdem nur unzureichend Umschulungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Die Wahrung des Rechts auf Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner in unterstützenden Wohnformen hat für unser politisches Handeln eine hohe Priorität. Dementsprechend sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass eine bestmögliche Versorgung gewährleistet werden kann. Großer Nachholbedarf besteht zudem im Bereich der ambulanten Pflege, derzeit sind die bestehenden Angebote nicht ausreichend und es gibt zu wenig alternative Unterstützungsmöglichkeiten. Durch eine entsprechende Fördermittelpolitik muss hier nachgesteuert werden, um den Menschen die es wünschen möglichst lang ein Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.“
Kategorien: Soziales, Landtag, Sachsen, Landkreis